Das Geheimnis

 

Die Freimaurerei wird beschuldigt, im Geheimen gegen die Gesellschaft zu arbeiten. Das dies unbegründet ist, zeigt z.B. die aktive Mitgliedschaft in der Freimaurerei des 32. Präsidenten der USA, Franklin D. Roosevelt, der 1941 'Vier Freiheiten' proklamierte und damit die Grundlage der UNO schuf. Seine Frau Eleanor Roosevelt gehört zu den Verfassern der 'Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte' von 1948, die damals mehr Pflicht als Recht war.

Und doch - die Freimaurerei ist eine Geheimgesellschaft. Nicht in dem Sinne, dass die Logen und deren Mitglieder sich bemühen, unbekannt zu bleiben. Sie ist es in einem anderen Sinn. Sie bewahrt ein eindrückliches Geheimnis, das nur durch die Erfahrung vermittelt werden kann. Es handelt sich um die persönlich Erfahrung der rituellen Aufnahme in den Lehrlings-, Gesellen- und Meistergrad. Diese persönliche Erfahrung lässt sich nicht in Worte fassen, verraten kann man das Geheimnis deshalb nicht, man kann es nur leben als ein humanerer Mensch. Daneben werden noch andere Dinge in der Freimaurerei versucht, geheim zu halten. Das sind einmal die Rituale selbst, und auch die Informationen darüber, wie sich Freimaurer untereinander erkennen können und welchen Grad sie erworben haben. Solche Geheimhaltungen sind zu allen Zeiten vergeblich gewesen und sie haben eher den Charakter eines Spiels. Sie sind aber für die, die Freimaurer werden wollen, wichtig. Denn die persönliche Erfahrung des Rituals wird eindrucksvoller, wenn man nicht schon vorher weiss, was geschehen wird. Deshalb wird jedem, der in die Freimaurerei aufgenommen werden möchte, empfohlen, 'nicht zu viel wissen zu wollen'.